Montag, 31. August 2026

Der hat vergeben das ewig Leben

 Der hat vergeben das ewig Leben,

der nicht die Musik liebt
und sich beständig übt
in diesem Spiel.
Wer schon auf Erden will selig werden,
der kann erreichen hie
durch Musik ohne Müh
sein himmlisch Ziel.

Es gibt der höchste Gott
den Engeln das Gebot:
Es singen Cherubim,
es singen Seraphim
der Engel viel.
Der hat vergeben das ewig Leben,
der nicht die Musik liebt und sich beständig übt
in diesem Spiel.

Sie kann regieren,
die Herzen rühren
daß gar das frische Blut
in Adern wallen tut
vor lauter Freud.
Schweren Gedanken
setzt sie die Schranken
das Gemüt gleich heiter wird,
daß sich gar bald verliert
all Bitterkeit

Kein Unglück ist so groß,
gibt solchen Herzensstoß
kein Unstern dringet ein,
und wenn’s auch sollte sein
das größte Leid
Sie kann regieren,
die Herzen rühren
daß gar das frische Blut
in Adern wallen tut
vor lauter Freud

´s Kind in der Wiegen
läßt sich vergnügen,
wenn ihm die Musik flink
eia popeia singt,
es weint nicht mehr.
Der Kranke fühlet,
wenn man aufspielet,
Trost dringet in sein Herz,
und wenn auch gleich der Schmerz
noch größer wär

Denkt er nicht an die Pein,
bild´t sich den Himmel ein!
Er fährt mit Freuden aus,
weil ihn des Todes Graus
nicht schreckt so sehr.
´s Kind in der Wiegen
läßt sich vergnügen,
wenn ihm die Musik flink,
eia popeia singt,
es weint nicht mehr.

Weil denn aus allem,
was kann gefallen,
Musik das Beste sei,
so einem bringet bei
Lust ohne Leid,
so will beständig,
solang lebendig,
Musik stets lieben ich,
in Musik üben mich,
die mich erfreut

Fort dann, Melancholei,
es bleibt zum Schluß dabei:
fort mit dem Grillenfang!
Der lieblich Musik Klang,
vertreibt all Leid,
so will beständig, s
olang lebendig,
Musik stets lieben ich,
in Musik üben mich,
die mich erfreut.

Text und Melodie: Valentin Rathgeber , 1682 – 1750

Gesang

Melodie

Freitag, 21. August 2026

Spannenlanger Hansel

 Spannenlanger Hansel,

nudeldicke Dirn’,
gehn wir in den Garten,
schütteln wir die Birn’.
Schüttle ich die großen,
schüttelst du die klein’,
wenn das Säcklein voll ist,
gehn wir wieder heim.

Lauf doch nicht so närrisch,
spannenlanger Hans!
Ich verlier’ die Birnen
und die Schuh noch ganz.
Trägst ja nur die kleinen,
nudeldicke Dirn,
und ich schlepp den schweren Sack
mit den großen Birn’.[17]

(Wikipedia mit ausführlichen Überlegungen zur Deutung des Textes)

Mittwoch, 22. Juli 2026

Herr, lass uns stark sein im Streiten

 


1. Strophe 

Herr, lass uns stark sein im Streiten,

wenn Wahrheit und Recht uns gebiet’n.

Lass uns durch Dunkelheit schreiten,

bis dein gerechter Tag anbricht.

2. Strophe 

Lass uns die Hoffnung nicht verlieren,

wenn Hass und Zweifel um uns stehn.

Lass deinen Geist uns führen,

auf Wegen, die zum Frieden gehn.

3. Strophe 

Gib uns die Kraft zu vergeben,

wo Schuld und Unrecht uns verletzt.

Schenk deinem Wort in uns Leben,

das Mut und Liebe neu ansetzt.

4. Strophe 

Bleib du der Fels uns im Leben,

der Schutz in Not und jedem Sturm.

Du wirst den Sieg uns gegeben,

der Wahrheit Licht auf deinem Turm.

Herr, gib uns Mut zum Hören

Wikipedia:

"Herr, gib uns Mut zum Hören ist ein deutsches Kirchenlied. Text und Melodie stammen von Kurt Rommel. Das Lied gehört zur Gattung der Neuen Geistlichen Lieder. Mittlerweile ist es Teil mehrerer Gesangbücher, so des Evangelischen Gesangbuchs (landeskirchliche Eigenteile) und des katholischen Gotteslob (Nr. 448).

Geschichte

Kurt Rommel schrieb Herr, gib uns Mut zum Hören im Jahr 1963. Das Lied wurde bald in Liederbüchern mit neuem christlichem Liedgut abgedruckt. Zwei Strophen wurden 1975 in das erste Gotteslob aufgenommen (Nr. 521). Im Gotteslob von 2013 sind vier Strophen enthalten (Abschnitt „Glaube, Hoffnung, Liebe – Wort Gottes“). Dort ist das Lied mit einem eingeklammerten ö gekennzeichnet.

Im gemeinsamen Teil des Evangelischen Gesangbuchs von 1993 fehlt das Lied. Es steht jedoch in der Ausgabe für Bayern und Thüringen in einer sechsstrophigen Fassung[1] (Nr. 588) sowie in den Ausgaben für Rheinland, Westfalen und Lippe (Nr. 605) und für die Reformierte Kirche (Nr. 605).

Das Lied ist auch Teil mehrerer Liederbücher, darunter Sammlungen für Jugendliche und ökumenische Liederbücher.[2]

Text und Melodie

Das Lied besteht in der Gotteslob-Fassung aus vier Strophen mit jeweils vier Zeilen. Sie sind alle nach demselben Schema aufgebaut. Jede erste Zeile beginnt mit „Herr, gib uns Mut“, gefolgt von dem, was Mut braucht: (Zu-)Hören, Dienen, Schweigen, Glauben; und jede zweite Zeile erweitert dieses Thema. In jeder dritten Zeile steht „Wir danken dir“, gefolgt von einem entsprechenden Grund zu danken in der vierten Zeile.

Die Melodie im Vier-Viertel-Takt und in e- bzw. d-moll bleibt nah beim Charakter klassischer Kirchenmelodien und wirkt eher ernst. Synkopen fehlen. Die hohen, gedehnten und zur Dur-Parallele weisenden Töne der dritten Zeile interpretieren wirkungsvoll die Worte „Wir danken dir“.

Einzelnachweise

  1. Strophe 3 und Strophe 6 sind identisch.
  2. LIED: Herr, gib uns Mut zum Hören. Abgerufen am 17. Februar 2024."

Im Gotteslob beginnen die Verse freilich:
Herr, gib uns Mut zum Hören
Herr, gib uns Mut  zum Dienen
Herr, gib uns Mut zur Stille 
Herr, gib uns Mut zum Glauben

https://www.youtube.com/watch?v=y4gCwijP8U0&list=RDy4gCwijP8U0&start_radio=1


Es klappert der Huf am Stege, ...

Es gibt mehrere Versionen:

1. Strophe

Es klappert der Huf am Stege,

wir ziehen ins Feld hinein!

Es winken die bunten Bänder,

feins Liebchen, nun fecht’ ich für dich allein!

2. Strophe

Und zieh’ ich dahin in die Ferne,

so denk’ ich voll Liebe an dich;

und schauen herab auch die Sterne,

sie leuchten für dich und für mich.

3. Strophe

Und fällt auch der Reiter im Streite,

die Kugel trifft tief in das Herz,

so stirbt er fürs Vaterland gerne

und senket die Blicke heimatwärts.

4. Strophe

Nun zieht denn ihr Brüder zum Kampfe,

der Herold rät an zum Streit;

wir ziehen im Pulverdampfe,

der Herrgott im Himmel uns Geleit!

 https://www.youtube.com/watch?v=i-uaqWzCWzs


2. Version

Wir ziehn mit dem Fähnlein ins Feld;
Blut´ger Kampf allerwege,
Dazu sind auch wir bestellt.
Wir reiten und reiten und singen,
Im Herzen die bitterste Not.
Die Sehnsucht will uns bezwingen
Doch wir reiten die Sehnsucht tot.

Dörfer und Städte flogen
Vorüber an unserem Blick.
Wir sind immer weiter gezogen,
Für uns gibt es kein Zurück.
Wir reiten durch Täler und Hügel,
Wo der Sommer in Blüte steht;
Es knirschen Zaumzeug und Zügel,
Der Wimpel hoch über uns weht.

Leis sinkt der Abend nieder,
Uns wird das Herz so schwer
Leiser werden die Lieder
Wir sehn keine Heimat mehr
Wir reiten und reiten und reiten
Und hören von fern schon die Schlacht
Herr, laß uns stark sein im Streiten
Dann sei unser Leben vollbracht.

Text: Hans Riedel
Musik: Robert Götz , 1920
aus Jugendland, eine deutsche Jugendzeitschrift

War das das Lebensgefühl junger Männer nach dem ersten Weltkrieg; „Keine Heimat mehr?“ Wie viele davon waren in den Freikorps und schlugen im März 1920 den ersten Generalstreik in der deutschen Geschichte blutig nieder: „Wir reiten die Sehnsucht tot!“

"Es diente außerdem als Jugenlied und kommt sogar im 1983 erschienenen Liederbuch der Fallschirmjäger vor."

Gesang

Es gibt erschreckend viele Soldatenlieder, und eine der häufigsten Reime ist der auf Tod.

Samstag, 4. Juli 2026

Der Fröhlichkeit die Türen auf

 


Der Fröhlichkeit die Türen auf,
ein Lied für den Abend gesungen!
|: Da kommt noch einmal der Tag herauf,
da kommen die Sterne gesprungen. :|


Die springen durch den Himmel hin,
und morgen, da kommen sie wieder,
|: sie springen den Burschen in ihren Sinn,
soviel Sterne als fröhliche Lieder. :|

Es gehn die Sterne jede Nacht,
wie die Wolken im Winde treiben,
|: doch wer sein Herz nur recht bewacht,
dem werden die Sterne bleiben. :|

Freitag, 26. Juni 2026

Nun sich der Tag geendet hat

 

Nun sich der Tag geendet hat

und keine Sonn mehr scheint,

schläft alles, was sich abgematt'
und was zuvor geweint.


Nur ich, ich gehe hin und her

und suche, was mich quält.

Ich finde nichts als ohngefähr

das, was mich gar entseelt.


Du Schönste liegst in Schlaf gebracht

und liegst in stiller Ruh.

Ich aber geh die ganze Nacht

und tu kein Auge zu.

Melodie: Adam Krieger (1656)

Text: Adam Krieger (1665)


Geistliche Kontrafaktur:

Johann Friedrich Herzog (1692), Leipzig (1693)

1) Nun sich der Tag geendet hat

und keine Sonn mehr scheint,
schläft alles, was sich abgematt'
und was zuvor geweint.

2) Nur du, mein Gott, hast keine Rast,
du schläfst noch schlummerst nicht;
die Finsternis ist dir verhasst,
weil du bist selbst das Licht.

3) Gedenke, Herr, doch auch an mich
in dieser schwarzen Nacht
und schenke du mir gnädiglich
den Schutz von deiner Wacht.

4) Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld,
die mich bei dir klagt an;
ach, aber deines Sohnes Huld
hat g'nug für mich getan.

5) Den setz ich dir zum Bürgen ein,
wenn ich muss vors Gericht;
ich kann ja nicht verloren sein
in solcher Zuversicht.

6) Weicht, nichtige Gedanken, hin,
wo ihr habt euren Lauf,
ich baue jetzt in meinem Sinn
Gott einen Tempel auf.

7) Drauf tu ich meine Augen zu
und schlafe fröhlich ein,
mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh;
wer wollt doch traurig sein?

8) Soll diese Nacht die letzte sein
in diesem Jammertal,
so führ mich, Herr, in' Himmel ein
zur Auserwählten Zahl.

9) Und also leb und sterb ich dir,
du Herre Zebaoth;
im Tod und Leben hilfst du mir
aus aller Angst und Not.