1. Stimmt an mit hellem, hohem Klang,
stimmt an das Lied der Lieder,
des Vaterlandes Hochgesang,
das Waldtal hall´ es wieder.
2. Der alten Barden Vaterland,
dem Vaterland der Treue,
dir, freies unbezwung´nes Land,
dir weih´n wir uns auf´s neue.
3. Zur Ahnentugend wir uns weih´n,
zum Schutze deiner Hütten;
wir lieben deutsches Fröhlichsein
und alte, deutsche Sitten.
4. Die Barden sollen Lieb´ und Wein,
doch öfter Tugend preisen,
und sollen bied´re Männer sein
in Taten und in Weisen.
5. Ihr Kraftgesang soll himmelan
mit Ungestüm sich reißen :
Jeder echte, deutsche Mann
soll Freund und Bruder heißen.
(Matthias Claudius, 1772)
Dies Lied wurde irgendwann der Liste der Lieder, die an unserem Heimatfest gesungen wurden, wohl unter Auslassung der zweiten und dritten Strophe, hinzugefügt.
Mir kam es als Schüler überholt vor. Jetzt bin ich erstaunt, dass es von Matthias Claudius stammt. Er galt schon zu seiner Zeit als ziemlich altväterlich vor und hat uns doch das zeitlose "Der Mond ist aufgegangen" geschenkt, von dem Thomas Mann bei Benennung seines Lieblingsgedichts (es war von Platen) sagte, dass darüber im Grunde nichts gehe.
"Stimmt an mit hellem, hohem Klang" ist gewiss überholt und war es wohl schon, als es geschrieben wurde.