Sonntag, 28. April 2024

Ich trag in meinem Ranzen

 Ich trag in meinem Ranzen der alten Stiefel zwei

´nen schlechten* und ´nen ganzen, heißa, juchhei!
Den ganzen trag ich auf dem Dreck,
Den schlechten auf dem trocknen Fleck,
So zieh ich durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Ich trag in meinem Schädel der guten Freunde zwei,
´nen Burschen und mein Mädel, heißa, juchhei!
Zur schlechten Zeit den guten Freund,
Das Mädel, wenn die Sonne scheint, –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Sind sie einmal zerrissen, die Stiefel alle beid´,
Zum Teufel sie gerissen, heißa, juchhei!
Dann lauf ich auf der nackten Pfot,
Da schreckt mich weder Dreck noch Kot, –
So geht es durch die Welt, hei, wieder Würfel fällt.

Und bin ich einst verraten, von Freunden alle beid´,
Vom Schatz und Kameraden, heißa, juchhei!
Schlag ich den Freund mir aus dem Sinn
Und denk vom Mädel: hin ist hin! –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Ich will nichts, wenn ich wandre, als Kopf und Füße frei!
Dann pfeif ich auf das andre, heißa, juchhei!
Hat alles seinen alten Lauf,
Ein frischer Bursch bleibt obenauf, –
So geht es durch die Welt, hei, wie es mir gefällt!

Text : de Nora () – Musik ? – in Volker (ca. 1927) —


*Textvariationen:

"Einen halben und 'nen ganzen"

Den halben trag' ich, wenn die Sonn mir lacht

und den ganzen, wenn es schneit und kracht

So fahr ich durch die Welt,  hei, wie der Würfel fällt.


Vergleiche auch:

  • Wir Turner wir wandern wohl durch das Land Wir Turner, wir wandern wohl durch das Land immer lustig, immer rüstig, heißa, juchhei! und Kraft und Mut mit uns Hand in Hand immer lustig,…
  • Wir sind gar eine lust'ge Schar (Turnreihen) Wir sind gar eine lust'ge Schar Auf uns'rer freien Heide So lustig schweift kein Felsenaar Auf hoher Sonnenweide Das ist der Turners Gottesmut Der in…
  • Nichts lustiger als in der Zeit Nichts lustiger als in der Zeit valleri, juchhei wenn Turteltaub und Kuckuck schreit valleri, juchhei und wenn im wilden grünen Wald das Lied der Nachtigall…
  • O Sommer o Sommer du fröhliche Zeit O Sommer o Sommer du fröhliche Zeit hast alles gesegnet weit und breit Juchhei juchhei der Sommer ist da Lalalalala.... Der Himmel ist heiter, die…
  • Auf zur Alb zur Schwabenalb Auf zur Alb zur Schwabenalb zum Fels vom weißen Stein in den Wald den grünen Wald den lichten Buchenhain wo klar der Bach zu Tale…

Liederthema: 
Liederzeit: vor 1915 : Zeitraum: 

Donnerstag, 21. März 2024

Und in dem Schneegebirge

 Und in dem Schneegebirge,

Da fließt ein Brünnlein kalt
und wer daraus tut trinken
der wird ja nimmer alt

Er:
Ich Hab daraus getrunken
Gar manchen frischen Trunk
Ich bin nicht alt geworden
Ich bin noch immer jung.

Sie:
Das Brünnlein das da drüben fließt
Draus soll man, immer trink’n
Wer eine Feinsherzliebste hat
Der soll man immer winken

Er:
Ich winke dir mit den Augen
Ich trat dir auf den Fuß —
Sie:
,Ach wie ein schweres Roden
Wenn einer scheiden muß!

Er:
Ade mein Schatz ich scheide
Ade mein Schätzelein
Sie:
Wann kommst du denn doch wieder
Herzallerliebster mein?‘

Er:
Wenn es wird schneien Rosen
Und regnen kühlen Wein —
Ade, mein Schatz, ich scheide
Ade, mein Schätzelein

Sie:
Es schneit ja keine Rosen
Und regn’t auch keinen Wein
Da kommst du denn nicht wieder
Herzallerliebster mein!

Volkliederarchiv:

Text und Musik: Verfasser unbekannt
Aus Wilhelminenort, Großburg und Breslau:
in: Hoffmann und Richter, Schlesische Volkslieder Nr. 151. —


Im Gedächtnis habe ich nur diesen Text:

Und in dem Schneegebirge,

Da fließt ein Brünnlein kalt
/:und wer das Brünnlein trinket:/
wird jung und nimmer alt.

Ich hab daraus getrunken
So manchen kühlen Trunk
/:Ich bin nicht alt geworden:/
Ich bin noch allzeit jung.

Ade mein Schatz, ich scheide,
Ade mein Schätzelein
/:Wann kommst du aber wieder:/
Herzallerliebster mein?‘

Wenn's schneiet rote Rosen
Und regnet kühlen Wein —
/:Ade, mein Schatz, ich scheide:/
Ade, mein Schätzelein

Es schneit ja keine Rosen
Und regnet keinen Wein
/:Dann kommst du auch nicht wieder:/
Herzallerliebster mein!

Heute denkt man bei "wird jung und nimmer alt" als alter Mensch "bleibt im Herzen jung". Beim Singen dieses melancholischen Abschiedsliedes, das vom Verzicht handelt, denkt man schon gar nicht daran, dass man mit der heutigen Jugend in ihrem Stil mitleben könnte, mit Gendern und Wokeness.

Und damals hat man als junger Mensch gewiss auch bei alt eher an gebückt und nicht arbeitsfähig genug gedacht als heute. Was natürlich nicht heißt, dass heute alte Menschen sich im Regelfall zutrauen würden, die Anforderungen an die jungen Generationen von heute hinsichtlich Stressresilienz erfüllen zu können.

Mittwoch, 24. Januar 2024

Hans Spielmann stimme deine Fidel

Hans Spielmann, stimme deine Fiedel
Es geht im Schritt und Tritt
Zum Abschied noch ein lustig Liedel
Wer Lust hat, der singt mit
Wir ziehen in die Weite
Ja weite, wunderschöne Welt hinaus
Frisch auf zum frohen Wandern
Wer Lust hat bleibt zu Haus

Ist heut der Himmel klar und heiter
Und morgen grau und trüb
Wir ziehen unsre Straße weiter
Und singen noch ein Lied
Was soll denn weiter werden
Als zu dem Bauern in ein warmes Nest
Das macht uns kein Beschwerden
Ist besser als Arrest

Und fort geht´s wieder dann beizeiten
Der Hunger plagt uns sehr
Der Wirt will uns kein Mahl bereiten
Dieweil der Beutel leer
Das macht uns keine Sorgen
Sagt an, ihr Herrn, was kostet eure Welt
Mit Fiedel und mit Bogen
Ist auch ein Fest bestellt

Text und Musik: Verfasser unbekannt , mündlich überliefert
in — Albvereinsliederbuch — Die Mundorgel (1953)

Liederthema: 
Liederzeit: vor 1930 : Zeitraum: 

Hans Spielmann, der hat

Hans Spielmann, der hat
eine einzige Kuh,
verkauft seine Kuh,
kriegt ne Fiedel dafür, für.
Du alte, gute Violin, ja Violin, du Fiedel mein!


Hans Spielmann, der spielt
und die Fiedel, die sang,
das Mädel tut weinen,
der Bursche, der sprang.
Du alte, gute Violin, du Fiedel mein!

Und werd ich so alt
wie der älteste Baum,
ich tauscht für ne Kuh
meine Fiedel wohl kaum!
Du alte, gute Violin, du Fiedel mein!

Und werd ich so alt
wie das Moos auf dem Stein,
ich tauscht für ne Kuh
meine Fiedel nicht ein!
Du alte, gute Violin, du Fiedel mein!

Textvariationen:

Hans Spielmann, der hat eine einzige Kuh verkauft er die Kuh, kriegt ne Fiedel dazu

Und werd ich so alt wie das Moos auf dem Haus,      ich geb meine gut alte Violin nicht raus





Samstag, 6. Januar 2024

Dornröschen war ein schönes Kind, ein schönes Kind.

 1. Dornröschen war ein schönes Kind, schönes Kind, schönes Kind,

Dornröschen war ein schönes Kind, ein schönes Kind.

2. Dornröschen, nimm dich ja in acht, ja in acht, ja in acht,
Dornröschen, nimm dich ja in acht, vor einer bösen Fee!

3. Da kam die böse Fee herein, Fee herein, Fee herein,
da kam die böse Fee herein und rief ihr zu:

4. Dornröschen schlafe hundert Jahr, hundert Jahr, hundert Jahr!
Dornröschen schlafe hundert Jahr und alle mit!

5. Und eine Hecke riesengroß, riesengroß, riesengroß,
Und eine Hecke riesengroß umgab das Schloß.

6. Da kam ein junger Königssohn, Königssohn, Königssohn,
Da kam ein junger Königssohn und sprach zu ihr:

7. Dornröschen, holdes Mägdelein, Mägdelein, Mägdelein,
Dornröschen, holdes Mägdelein, nun wache auf!

8. Dornröschen wachte wieder auf, wieder auf, wieder auf,
Der ganze Hofstaat wachte auf, sie wachten auf.

9. Dornröschen ward nun Königin, Königin, Königin,
Beglückte hoch den Königssohn, beglückte ihn.

10. Sie feierten ein großes Fest, großes Fest, großes Fest,
Sie feierten ein großes Fest: das Hochzeitsfest.

11. Und alle freuten herzlich sich, herzlich sich, herzlich sich,
Es freute sich auch herzlich mit das ganze Land.

Autorin: Margarete Löffler


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Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.

 Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald.

Es war so finster und auch so bitter kalt.
Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein.
Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?


Hu, hu, da schaut eine alte Hexe raus!
Lockte die Kinder ins Pfefferkuchenhaus.
Sie stellte sich gar freundlich, o Hänsel, welche Not!
Ihn wollt’ sie braten im Ofen braun wie Brot.


Doch als die Hexe zum Ofen schaut hinein,
Ward sie gestoßen von unserm Gretelein.
Die Hexe musste braten, die Kinder geh’n nach Haus.
Nun ist das Märchen von Hans und Gretel aus.

Der Verfasser ist unbekannt, der erste Druck erfolgte 1901.
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