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Samstag, 29. April 2023

Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht...

 1. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht.

Er fiel auf die zarten Blaublümelein,
sie sind verwelket, verdorret.

2. Ein Knabe hatte ein Mägdlein lieb,
sie flohen gar heimlich von Hause fort,
es wusst’s nicht Vater noch Mutter.

3. Sie sind gewandert hin und her,
sie haben gehabt weder Glück noch Stern,
sie sind verdorben, gestorben.

4. Auf ihrem Grab Blaublümlein blühn,
umschlingen sich zart wie sie im Grab,
der Reif sie nicht welket, nicht dorret.



Mittwoch, 30. Januar 2019

Ich freue mich auf die Blumen rot

Ich freue mich auf die Blumen rot,
die uns der Frühling bringen will.
Sie litten eh'stens große Not
vor Schnee und Frost geborgen still.
Der Frühling uns ergötzen soll
mit manchem jubeltrunknen Tage.
Des ist die Welt nur Glückes voll.

Was aber soll mir Lenz und Licht
und die besonnten langen Tage,
erhört mich meine Herrin nicht,
von der eine wundes Herz ich trage.
Will sie entflammen mein Gemüt,
das wäre gut und hold getan,
dass Lebenslust mir neu entblüht.

Wenn ich mich von der Liebsten scheide,
ich nimmer glücklich werden kann.
Dann sterbe ich vielleicht vor Leide,
Weh, dass zu hoffen ich begann!
Der Minne Rätsel fremd mir sind,
mich lässt die Liebe sehr entgelten,
dass ich an Jahren bin ein Kind.

Ernst Lothar von Knorr 
(nach König Konradin, 13. Jahrhundert)

Gesang




Freitag, 2. November 2018

Ich bin der Mönch Waltramus

Ich bin der Mönch Waltramus
Dem sel´ges Leid geschah
Ich läute die Abendglocken
Vale carissima
Es steht ein´ Burg am Berge
Wo ich die Traute sah
Mein Herz klingt in die Glocken
Vale carissima

Fern soll mir stehen Minne
Und stand mir doch so nah
Es steht ein Klost´r im Tale
Vale carissima
Text: Karl Stieler (1842-1885)
Musik: Emil Haase 
Die Version, die ich in Erinnerung habe, hat folgende Varianten: 
Dem schweres Leid geschah
Mein Herz schlägt in die Glocken
Fern sollte mir stehen Minne
Und steht mir doch so nah
Meine Version scheint mir psychologisch wahrscheinlicher. Freilich, überzeugendere Psychologie bedeutet noch nicht größere Kunst. Bei diesem rührseligen Lied sehe ich es anders. 

Samstag, 18. September 2010

Meinem Gott gehört die Welt

Es ist ein Kinderlied, das aber zentrale Texte der Bibel zusammenfasst.

Da ist zum einen der Schöpfungsbericht: Die Welt gehört Gott, weil er sie geschaffen hat.
Dann Psalm 95,4:  Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.
Zum anderen das Vaterunser: Dein Wille geschehe. Unser täglich Brot gib uns heute ...

Und schließlich Römer 8,38-39 "Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."

Es ist einfach gesagt, doch sind es zentrale Aussagen.

Donnerstag, 30. August 2007

"Schöner" Soldatentod

Ich weiß einen Lindenbaum stehen
in einem grünen Tal.
Den möcht' ich so gern noch sehen
ach nur ein einzig Mal.
Ich weiß zwei blaue Augen
und einen Mund so frisch und rot.
O grüner Klee, o weißer Schnee,
o schöner Soldatentod.

Wo sich die Straße wendet,
das wohnt die Liebste mein.
So sich der Tag geendet,
da will ich bei ihr sein.
Und kann es so nicht werden,
und muss ich fort beim Morgenrot,
o grüner Klee, o weißer Schnee,
o schöner Soldatentod.

Zu Hause auf den Feldern
da liegt der Schnee so weiß.
Zu Hause in den Wäldern
da hängt das blanke Eis.
Hier fällt nicht Schnee noch Regen,
zu lindern uns're große Not.
O grüner Klee, o weißer Schnee,
o schöner Soldatentod.

So mancher musste sterben
allhier in Afrika.
Wir wollen nicht verderben,
der Feind, der ist schon nah.
Der Himmel tut sich färben
vom blassen Blau in tiefes Rot.
O grüner Klee, o weißer Schnee,
o schöner Soldatentod.