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Sonntag, 2. Mai 2021

Vom Berg hinabgestiegen

 

Vom Berg hinabgestiegen
ist nun des Tages Rest;
Mein Kind liegt in der Wiegen,
Die Vöglein all‘ im Nest;
Nur ein ganz klein Singvögelein
Ruft weit daher im Dämmerschein:
„Gut‘ Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“

Das Spielzeug ruht im Schreine,
Die Kleider auf der Bank,
Ein Mäuschen ganz alleine
Es raschelt noch im Schrank,
Und draußen steht der Abendstern
Und winkt dem Kind aus weiter Fern‘:
„Gut‘ Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“

Die Wiege geht im Gleise,
Die Uhr pickt hin und her,
Die Fliegen nur ganz leise
Sie summen noch daher.
Ihr Fliegen, lasst mein Kind in Ruh‘!
Was summt ihr ihm so heimlich zu?
„Gut‘ Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“

Der Vogel und die Sterne,
Die Fliegen rings umher,
Sie haben mein Kind schon gerne,
Die Engel noch viel mehr.
Sie decken’s mit den Flügeln zu
Und singen leise: „Schlaf in Ruh!
Gut‘ Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“

 Liedtext: Robert Reinick (1805-1852)

Gesang (Youtube)

Dienstag, 8. Oktober 2019

Es schaukeln die Winde

  • 1. Es schaukeln die Winde
    das Nest in der Linde,
    da schließen sich schnell
    die Äugelein hell.
    Da schlafen vom Flügel
    der Mutter gedeckt
    die Vögelchen süß
    bis der Morgen sie weckt.
  • 2. Bei Mütterlein liegen
    die Lämmer und schmiegen
    aus Fell sich so dicht
    und regen sich nicht.
    Sie atmen so leise
    und werden erst wach
    beim Zwitschern der Schwalben
    hoch oben am Dach
  • 3. Nur einzig die Sterne
    am Himmel so ferne,
    ob groß oder klein,
    sie schlafen nicht ein,
    sie schließen die strahlenden
    Augen nicht zu,sie legen sich nicht
    mit den andern zu Ruh.
  • 4. Wenn aber mit Lachen
    die Kinder erwachen,
    das Lämmchen sich reckt,
    der Vogel sich streckt,
    dann müssen die Sterne,
    ob groß oder klein,sie müssen
    ins himmlische Bettchen hinein.
  • 5. Dann der darf nicht singen
    am Morgen und springen,
    wer während der Nacht
    herum tollt und wacht.
    Drum schlaf nur, mein Liebling,
    schlaf selig und fest,
    wie's Lämmchen im Stall,
    wie der Vogel im Nest!
  • Melodie: Engelbert Humperdinck  (1854-1921)

    Text: Elisabeth Ebeling (1828 -1905)

  • Noten: https://www.liederprojekt.org/lied27819-Es-schaukeln-die-Winde.html

Sonntag, 4. Juli 2010

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein

Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein,
es ruhn Schäfchen und Vögelein.
Garten und Wiese verstummt,
auch nicht ein Bienchen mehr summt.
Luna mit silbernem Schein
gucket zum Fenster herein.
Schlafe beim silbernen Schein.
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.

Auch in dem Schlosse schon liegt
alles in Schlummer gewiegt,
reget kein Mäuschen sich mehr,
Keller und Küche sind leer.
Nur in der Zofe Gemach
tönet ein schmelzendes »Ach«.
Was für ein »Ach« mag dies sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.

Wer ist beglückter als du?
Nichts als Vergnügen und Ruh!
Spielwerk und Zucker vollauf
und auch Karossen im Lauf.
Alles besorgt und bereit,
dass nur mein Prinzchen nicht schreit.
Was wird das künftig erst sein?
Schlafe, mein Prinzchen, schlaf ein.

Text von Friedrich Wilhem Gotter (1746-1797)
Melodie nicht von Mozart, sondern von Friedrich Anton Fleischmann (1766-1798)

Link zur ZEIT-Serie Wiegenlieder

Sonntag, 17. Januar 2010

Sandmann (vertont von Schumann)

Zwei feine Stieflein hab ich an
mit wunderweichen Söhlchen dran,
ein Säcklein hab ich hintenauf,
husch! trippl! ich rasch die Trepp hinauf.
Und wenn ich in die Stube tret,
die Kinder beten ihr Gebet:
Von meinem Sand zwei Körnelein
streu ich auf ihre Äugelein,
da schlafen sie die ganze Nacht
in Gottes und der Englein Wacht.

Von meinem Sand zwei Körnelein
streut' ich auf ihre Äugelein:
den frommen Kindern soll gar schön
ein froher Traum vorübergehn.
Nun risch und rasch mit Sack und Stab
nur wieder jetzt die Trepp hinab.
Ich kann nicht länger müßig stehn,
muss heut noch zu gar vielen gehn.
Da nickt ihr schon und lacht im Traum,
und öffnete doch mein Säcklein kaum.

Text: G. Hermann Kletke (1813–1886)


(Hier eine mp3-Wiedergabe, angeboten von der ZEIT)

Sonntag, 20. Dezember 2009

Die Blümelein, sie schlafen

Die Blümelein, sie schlafen
längst im Mondenschein.
Sie nicken mit den Köpfen
auf ihren Stängelein.
Es rüttelt sich der Blütenbaum,
er säuselt wie im Traum:
Schlafe, schlafe,
schlaf du, mein Kindelein!

Die Vögelein, sie sangen
so süß im Sonnenschein,
sie sind zur Ruh gegangen
in ihre Nestchen klein.
Das Heimchen in dem Ährengrund,
es tut allein sich kund.
Schlafe, schlafe …

Sandmännchen kommt geschlichen
und guckt durchs Fensterlein,
ob irgend noch ein Liebchen
nicht mag zu Bette sein.
Und wo er nur ein Kindchen fand,
streut er ihm in die Augen Sand.
Schlafe, schlafe …

Sandmännchen aus dem Zimmer,
es schläft mein Herzchen fein,
es ist gar fest verschlossen
schon sein Guckäugelein.
Es leuchtet morgen mir Willkomm
das Äugelein so fromm!
Schlafe, schlafe …

Melodie u.a. in ZEIT

Wer hat die schönsten Schäfchen?

Wer hat die schönsten Schäfchen?
Die hat der goldne Mond,
der hinter unsern Bäumen
am Himmel droben wohnt.

Er kommt am späten Abend,
wenn alles schlafen will,
hervor aus seinem Hause
zum Himmel leis und still.

Dann weidet er die Schäfchen
auf seiner blauen Flur,
denn all die weißen Sterne
sind seine Schäfchen nur.

Sie tun sich nichts zuleide,
hat eins das andre gern,
und Schwestern sind und Brüder
da droben Stern an Stern.

Und soll ich dir eins bringen,
so darfst du niemals schrein,
musst freundlich wie die Schäfchen
und wie ihr Schäfer sein.

Zur Melodie sieh ZEIT

Müde bin ich, geh zur Ruh

Müde bin ich, geh zur Ruh,
schließe beide Äuglein zu.
Vater, lass die Augen dein
über meinem Bette sein.

Hab ich Unrecht heut getan,
sieh es, lieber Gott, nicht an,
deine Gnad und Jesu Blut
macht ja allen Schaden gut.

Alle, die mir sind verwandt,
Gott, lass ruhn in deiner Hand,
alle Menschen, groß und klein,
sollen dir befohlen sein.

Kranken Herzen sende Ruh,
nasse Augen schließe zu.
Lass den Mond am Himmel stehn
und die stille Welt besehn.

Zur Melodie sieh ZEIT
Text und Melodie veröffentlicht die ZEIT in ihrer verdienstvollen Reihe zur Musikerziehung, die Eltern daran heranführen will, ihren Kindern wieder Schlaflieder zu singen.