Samstag, 15. August 2015

Ich weiß mir ein Maidlein hübsch und fein

Ich weiß mir ein Maidlein hübsch und fein,
hüt du dich!
Ich weiß mir ein Maidlein hübsch und fein,
es kann wohl falsch und freundlich sein,
hüt du dich!
hüt du dich, vertrau ihr nicht,
sie narret dich, sie narret dich!

Sie hat zwei Äuglein, die sind braun.
Hüt du dich!
Sie hat zwei Äuglein, die sind braun,
sie säh dich nicht an durch ein Zaun.
Hüt du dich!
Hüt du dich, vertrau ihr nicht,
sie narret dich!

Sie hat ein gelb, goldfarbig Haar.
Hüt du dich!
Sie hat ein gelb, goldfarbig Haar
und was sie red't das ist nicht wahr.
Hüt du dich, vertrau ihr nicht,
sie narret dich!

Sie hat zwei Brüstlein, die sind weiß.
Hüt du dich!
Sie hat zwei Brüstlein, die sind weiß,
sie legt's herfür mit allem Fleiß.
Hüt du dich!
Hüt du dich, vertrau ihr nicht,
sie narret dich!

Sie gibt dir ein Kränzlein wohlgemacht.
Hüt du dich!
Sie gibt dir ein Kränzlein wohlgemacht.
Für einen Narren wirst du geacht.
Hüt du dich, vertrau ihr nicht,
sie narret dich.

Volkslied um 1550

Sonntag, 2. August 2015

Ännchen von Tharau

Ännchen von Tharau ist's, die mir gefällt,
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet in Lieb und in Schmerz.

Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut,
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!

Käm alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
Wir sind gesinnet bei einander zu stahn.

Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein
Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.

Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
Je mehr ihn Hagel und Regen anficht;

So wird die Lieb' in uns mächtig und groß
Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Noth.

Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
Lebtest, da wo man die Sonne kaum kennt;

Ich will dir folgen durch Wälder, durch Meer,
Durch Eisen, durch Kerker, durch feindliches Heer.

Ännchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn,
Mein Leben schließ' ich um deines herum.

Was ich gebiete, wird von dir getan,
Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.

Was hat die Liebe doch für ein Bestand,
Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?

Wo man sich peiniget, zanket und schlägt,
Und gleich den Hunden und Katzen begeht.

Ännchen von Tharau, das wolln wir nicht tun;
Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn.

Was ich begehre, begehrst du auch,
Ich lass den Rock dir, du lässt mir den Brauch.

Dies ist dem Ännchen die süßeste Ruh',
Ein Leb' und Seele wird aus Ich und Du.

Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,
Durch Zanken wird es der Hölle gleich

Der samländische Text findet sich hier.

Sonntag, 24. Mai 2015

Schalom chaverim

Schalom chaverim, schalom chaverot!
Schalom, schalom!
Le hitraot, le hitraot,
Schalom, schalom!

שלום חורים,שלום חורים
שלום,שלום
להתרות,להתרות

Leb wohl lieber Freund, leb wohl lieb' Freundin, 
lass Frieden sein!
Auf Wiedersehn, auf Wiedersehn,
lass Frieden sein!

Kanon gesungen und Erläuterung

Montag, 4. Mai 2015

Und wieder blühet die Linde

1. Und wieder blühet die Linde
Am Quell umrauschten Gestein,
Mit Vogelsang, Lust und Liedern
Zieht wieder der Frühling ein.
Ti-ral-la-la.la, Ti-ral-la-la.la,
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la,
Zieht wieder der Frühling ein.

2. Die kleinen Vögelein singen,
Die Blumen blühen am Hag;
Das ist ein Wandern und Singen
Am lichterdurchfluteten Tag.
Ti-ral-la-la.la, Ti-ral-la-la.la,
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la,
Am lichtdurchfluteten Tag.

3. Ein Kuckucksruf in der Ferne,
Ein Wandrer vorüberzieht.
Hell klingt aus jubelnder Kehle
Ein Lied. Und die Linde, sie blüht.
Ti-ral-la-la.la, Ti-ral-la-la.la,
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la
Ti-ral-la-la-la-la-la-la-la-la,
Ein Lied. Und die Linde, die blüht.

Andere Textversionen:

Schon wieder blühet die Linde
Schon wieder erblüht die Linde

Die kleinen Waldvögelein
Die Blumen blühen am Weg
da ist ein Wandern und Singen
am sonnigen Frühlingstag

Ein Vogelruf in der Ferne,
Der Vogel ruft aus der Ferne
Ein Wabrer vorüberzieht.
Hell klingt aus jungfrischer Kehle
Ein Lied. Und die Linde, sie blüht.


Dabei sind in manchen Versionen die Strophen zwei und drei gegenüber der oben zitierten Version vertauscht. Wenn jemand weitere Versionen kennt, bitte ich darum, sie im Kommentar mitzuteilen.

Frauenchor   Sologesang und Chor   Amateursolist mit Oberstimme im Refrain

Mittwoch, 7. Januar 2015


Meine Mu, meine Mu, meine Mutter schickt mich her
Ob der Ku, ob der Ku, ob der Kuchen fertig wär?
Wenn er no, wenn er no, wenn er noch nicht fertig wär
Käm ich mo, kam ich mo, käm ich morgen wieder her
auch als:
Meine Mi, meine Ma, meine Mutter schickt mich her
ob der Ki, oder der Ka, ob der Kuchen fertig wär
wenn er ni, wenn er na, wenn er noch nicht fertig wär
käm ich mi, käm ich ma, käm ich morgen wieder her

Ein Kinderlied, auch zu singen als Kanon mit vier Stimmen

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Weißt du, warum du mit uns gehst

Weißt du, warum du mit uns gehst
Auf den Weg voller Müh und Gefahr?
Warum du mit uns am Feuer stehst,
Wenn der Sturmwind zaust unser Haar?

Fühlst du, wie in uns die Sehnsucht glüht,
Die immer vorwärts uns treibt?
Siehst du, wie vor uns die Fahne zieht?
Unser Leben verschworen ihr bleibt.

Du weißt nicht, wohin der Weg uns führt.
Nur, daß wir zusammengehn.
Du hast wie wir das Feuer gespürt
Und der starken Winde Wehn.


Dies Lied wurde 1934 in "Wagen rollen auf endlosen Wegen - Neue Lieder der Großfahrt", herausgegeben von Bernhard Sieper, veröffentlicht. Es wird verschiedenen Verfassern und Komponisten zugeschrieben. 

Die Bilder, die hier gebraucht werden, sind ihrerseits ganz unterschiedlichen Haltungen zuzuordnen. Während Sehnsucht, Mühe und Lagerfeuerromantik in der frühen Jugendbewegung hochgehalten wurden, wurden Ausdrücke wie "der Fahne verschworen" gern in der Nazizeit aufgegriffen, gipfelnd in der Behauptung "Die Fahne ist mehr als der Tod."

Die Jugendbewegung hat in der zweiten Hälfte der Weimarer Republik in der Tat weniger Freiheit als die Gemeinsamkeit der Gruppe betont. Das findet in dem Sammelnamen Bündische Jugend einen passenden Ausdruck. 


Dienstag, 12. August 2014

Wer will mit uns nach Island ziehn

Wer will mit uns nach Island ziehn
den Kabeljau zu fangen
und zu fischen nach Verlangen?
Nach Island, nach Island
nach Island zu.
Nach dreiunddreißig Fahrten
haben wir keine Ruh.
Wenn unsere Zeit gekommen ist
wir tanzen mit Behagen
und wir kennen keine Klagen
doch kommt die Zeit, 
doch kommt die Zeit,
zur See zu gehn
mit schwerem Haupte
müssen nach dem Wind wir sehn
Und wenn der Wind aus Norden weht
zur Herberg unser Schritt sich lenket
dort wird ausgeschenket
Dann trinken wir, d
ann trinken wir 
auf unser Wohl
bis daß der Beutel leer
und unser Kopf ist voll.
Doch wenn der Wind aus Osten weht
der Schiffer froh zum Hafen eilet:
"Länger nicht verweilet!"
Da kommt daher, d
a kommt daher 
der Steuermann:
"Nach Island nehmen wir den Kurs
ihr Jungen fasset an!"
Jetzt ziehen wir dem Winde nach
vorbei an Vogelscharen
wir nach Islands Küste fahren
Zum Hafen dann, z
um Hafen dann
nach Bredjeford
Dort bleiben wir, dort werfen wir 
die Angeln über Bord

Noten (mit anderem Text)