Donnerstag, 3. Oktober 2024

Jetzt kommt die Zeit

Version 1913

Jetzt kommt die Zeit, daß ich wandern muß
mein Schatz, mein Augentrost!“
„Wann kommst du aber wieder,
daß du mich heiraten tust?“

„Und wenn ich auch mal wieder komm,
mein Schatz, was nützt es dich!
Lieb hab ich dich von Herzen,
aber heiraten tu ich dich nicht.“

Sind auch die Äpflein rosenrot,
schwarze Kernlein sind darin,
und so oft ein Knab geboren wird,
hat er schon einen falschen Sinn.

Einen falschen Sinn, einen kecken Mund,
den haben sie allzugleich,
und wenn sie ein Mädel betrügen können,
so ist’s ihr größte Freud.

Ihr Mägdelein, seid ihr sternenblind,
oder seht ihr gar nicht mehr?
Seht ihr nicht die Hirschlein laufen,
die man jetzt abschießen soll?

Die Hirschlein, die man schießen soll,
die laufen in dem Wald.
Junggesellen soll man lieben,
eh daß sie werden alt.

Denn wenn sie alt und schrumpflich sind,
habens Grübchen im Gesicht,
dann die eine zu der andern spricht:
„Nimm ihn du, ich mag ihn nicht!“

„Und wenn du ihn nicht willst und ich ihn nicht mag,
sag an, was tut man dann?“
„Ei, dann ladt ihn in eine Kanone
und schieß ihn nach Amsterdam!“

Text und Melodie: Verfasser unbekannt
aus der Gegend von Limburg und Wetzlar – Hessen –


Die Melodie hier gesungen von Eberhard Malitius


Die Version meiner Erinnerung geht auf meine Mutter zurück, sie ähnelt am meisten der Version von 1913.


Die letzten beiden Strophen lauten meiner Erinnerung nach:

Und wenn sie alt und runzlich sind,

haben Falten im Gesicht.

Dann die Eine zu der Andern spricht:

"Nimm du ihn, ich mag ihn nicht.

Und wenn du ihn nicht willst und ich ihn nicht mag,
sag an, was mach mer dann?"
"Ei dann laden wir'n in eine Kanone
und schießen ihn nach Amsterdam!" 

(Später habe ich das dann in "und schießen ihn davon" geändert. 

Jetzt kommt die Zeit dass ich wandern muss
mein Schatz, mein Augentrost
„Wann wirst du wieder kommen
dass du mich erfreuen tust?“

Wenn ich auch wiederkommen tät
Mein Schatz was hilft es dich?
Lieb Hab ich dich vom Herzen,
Aber Heiraten mag ich dich nicht

„Hast du mich lieb von Herzen
Aber Heiraten magst mich nicht
Ei so bitt ich dich, schönstes Schätzchen
Verführe du mich nicht!“

Wenn ich auch dich verführe
Die Schuld ist selber dein
Denn so oft ich bin gekommen
Hast du mich gelassen ein

„Ich Hab dich eingelassen
Aus lauter Lieb und Treu
Hab gedacht, du wirst mich nehmen
Gelt, Schätzchen, es hat dich gereut?“

Ist gleich der Apfel rosenrot
Schwarze Kernlein die sind drin
Und sobald der Knabe wird geborn
Trägt er ein’n falschen Sinn

„Ein’n falschen Sinn, ein’n stolzen Mut
Den tragen sie allzugleich
Wenn sie ein Mädel verführen tun
Ist ihre größte Freud.“

Ihr Jungfern seid ihr sternenblind
Oder seht ihr gar nicht wohl?
Seht ihr nicht die Hirschlein laufen
Die man jetzt schießen soll?

Die Hirschlein, die man schießen soll
Laufen alle in den Wald
Junggesellen soll man lieben
Eh daß sie werden alt

Und wenn sie alt und runzlich sind
Kriegen Grüblein im Gesicht
Spricht Eine zu der Andern
Nimm du ihn, ich mag ihn nicht

Wenn du ihn nicht magst und ich ihn  nicht will
Wen, Geier! soll er dann?
(Was fängt man mit ihm an?)
Ladet man ihn in die Kanone
Schießet ihn nach Amsterdam

Text und Musiker: Verfasser unbekannt
Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 537a)

Nach Erk, Volkslieder III, Nr. 57 und 58, Text aus dem Brandenburgischen und der Provinz Sachsen; auch Schlesien, daher erste Melodie: aus Schlesien (Gegend von Hainau, 1845)


Liedergeschichte in allen Versionen (Volksliederarchiv)




Sonntag, 1. September 2024

Der Dragoner


Kling klang und Gloria
Das Lieben das ist aus
Die Rosse sind gesattelt
Zum Tore geht’s hinaus

Dragoner, wenn die reiten
Das geht als wie der Wind
Geht über Stock und Stengel
Ade, mein allerliebstes Kind

Blaugelb ist unsre Farbe
Und blau und das ist treu
Und gelb das ist die Falschheit
Wir denken nichts dabei

Dragoner wenn die lieben
Das geht als wie der Wind
Geht über Stock und Stengel
Ade, mein allerliebstes Kind.

Es blasen die Trompeten
Ein Stück, und das ist schön
Der Feind kommt angeritten
Wir wollen ihn bestehn

Dragoner wenn die fechten
Das geht als wie der Wind
Geht über Stock und Stengel
Ade, mein allerliebstes Kind

Eine Kugel kam geflogen
Sie traf mich viel zu gut
Die Blumen in dem Rasen
Die sind jetzt rot wie Blut

Dragoner wenn die sterben
Das geht als wie der Wind
Geht über Stock und Stengel
Ade, mein allerliebstes Kind

Text: Hermann Löns (1911, in Der Kleine Rosengarten)
Musik: Hermann Engel
in Das Löns-Liederbuch (1920)

Volksliederarchiv

Die blauen Dragoner, sie reiten

Die blauen Dragoner, sie reiten

Mit klingendem Spiel durch das Tor,
Fanfaren sie begleiten
Hell zu den Hügeln empor.

Die wiehernden Rosse, sie stampfen,
Die Birken, die wiegen sich lind,
Die Fähnlein auf den Lanzen
Flattern im Morgenwind.

Morgen, da müssen sie reiten,
Mein Liebster wird bei ihnen sein.
Morgen in alle Weiten
Morgen, da bin ich allein.

Die blauen Dragoner, sie reiten
Mit klingendem Spiel durch das Tor,
Fanfaren sie begleiten
Hell zu den Hügeln empor.

Text: G.W. Harmssen , 1914
Musik: Hans Hertel ,1929

Volksliederarchiv

Kornblumenblau

 Kornblumenblau


Ist der Himmel am herrlichen Rheine,
Kornblumenblau
Sind die Augen der Frauen beim Weine.
Darum trinkt Rheinwein, Männer seid schlau,
Dann seid am Ende auch ihr kornblumenblau.

Es gibt kein Plätzchen auf Erden,
Wo sich's so herrlich und fein
Lebt wie am Rhein, wo die Reben
Blühen im Sonnenschein.
Reich an Farben, so bunt und so prächtig
Erstrahlt Wald und Flur,
Von den Farben am Rhein
Eine allein tritt ganz besonders hervor.

Kornblumenblau
Ist der Himmel am herrlichen Rheine,
Kornblumenblau
Sind die Augen der Frauen beim Weine.
Darum trinkt Rheinwein, Männer seid schlau,
Dann seid am Ende auch ihr kornblumenblau.
Text: Jupp Schlösser
Gesang: Willy Schneider Kornblumenblau

Mittwoch, 3. Juli 2024

Mir ist ein feins, brauns Maidelein

 Mir ist ein feins, brauns Maidelein

gefallen in mein Sinn.
Wollt Gott, ich sollt heut bei ihr sein,
mein Trauern wär dahin.
Kein Tag und Nacht hab ich keine Ruh:
Das macht ihr schön Gestalt.
Ich weiß nicht, was ich fürder tu,
mein Feinslieb macht mich alt.


Dem Maidlein ich gern dienen wollt,
wenn ich es fügen könnt.
Darum hab ich der Neider viel,
weil mir's nit wird vergönnt.
Ich hoff, sie soll's erfahren bald
wie ich's so treulich mein.
Auf Erd ich mir nichts wünschen wollt,
als bei ihr sein allein.


Damit will ich dem Maidelein gesungen haben frei
zur guten Nacht ein Liedelein,
alls gut wünsch ich dabei.
Damit, dass sie gedenk an mich,
wenn ich nit bei ihr bin.
Behüt dich Gott im Himmelreich,
ade, ich fahr dahin.

Originaltext und Quelle: 

https://de.wikisource.org/wiki/Feins,_Brauns_Maidelein

Noten des Chorsatzes: 

https://www.stretta-music.de/author-caspar-othmayr

Gesang:

Chor: Rundfunk-Jugendchor Wernigerode

Swingle II

LiederTach 

Sologesang: Peter Schreier

mit traditionellen Instrumenten Joculatores Upsalienses

Ohrenfreut