Donnerstag, 1. April 2021

Nun bricht aus allen Zweigen ... im Maien

 Text: Julius Rodenberg (1831-1914)

Nun bricht aus allen Zweigen

Das maienfrische Grün,
Die ersten Lerchen steigen,
Die ersten Veilchen blühn.
Und golden liegen Thal und Höhn —
O Welt, Du bist so wunderschön
Im Maien!

Und wie die Knospen springen,
Da regt sich's allzumal;
Die munt‘ren Vogel singen,
Die Quelle rauscht zu Thal;
Und freudig schallt das Lustgetön:
O Welt, Du bist so wunderschön
Im Maien!

Wie sich die Bäume wiegen
Im lieben Sonnenschein:
Wie hoch die Vögel fliegen,
Ich möchte hinterdrein;
Möcht' jubeln über Thal und Höhn:
O Welt, Du bist so wunderschön
Im Maien!

Melodie: Agathon Billeter (1834–1881)

Diese Melodie habe ich als erste kennengelernt, und sie gefällt mir am besten.

Andere Versionen: 
https://www.youtube.com/watch?v=hB4rOFwjcMQ (Melodie, aber nicht der Satz von Beethoven, Text verändert)

https://www.youtube.com/watch?v=P3ELSSxGoZE (zweistimmig, die Oberstimme ist eine Variation der Melodie von Billeter)

Montag, 15. März 2021

Ich trag in meinem Ranzen der alten Stiefel zwei

 Ich trag in meinem Ranzen der alten Stiefel zwei

´nen schlechten und ´nen ganzen, heißa, juchhei!
Den ganzen trag ich auf dem Dreck,
Den schlechten auf dem trocknen Fleck,
So zieh ich durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Ich trag in meinem Schädel der guten Freunde zwei,
´nen Burschen und mein Mädel, heißa, juchhei!
Zur schlechten Zeit den guten Freund,
Das Mädel, wenn die Sonne scheint, –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Sind sie einmal zerrissen, die Stiefel alle beid´,
Zum Teufel sie gerissen, heißa, juchhei!
Dann lauf ich auf der nackten Pfot,
Da schreckt mich weder Dreck noch Kot, –
So geht es durch die Welt, hei, wieder Würfel fällt.

Und bin ich einst verraten, von Freunden alle beid´,
Vom Schatz und Kameraden, heißa, juchhei!
Schlag ich den Freund mir aus dem Sinn
Und denk vom Mädel: hin ist hin! –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Ich will nichts, wenn ich wandre, als Kopf und Füße frei!
Dann pfeif ich auf das andre, heißa, juchhei!
Hat alles seinen alten Lauf,
Ein frischer Bursch bleibt obenauf, –
So geht es durch die Welt, hei, wie es mir gefällt!

Text : de Nora () – Musik ? – in Volker (ca. 1927) —

Volksliederarchiv.de

Ich kannte bisher nur eine Version, in der es heißt:

[...] der alten Stiefel zwei

´nen halben und ´nen ganzen, heißa, juchhei!

Den ganzen trag ich, wenn es schneit und kracht
und den halben, wenn die Sonn mir lacht.
Und so fahr ich durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.

Ein typisches Beispiel für ein "zersungenes" Lied.


Donnerstag, 28. Januar 2021

Da oben auf'm Berge

Da oben auf'm Berge 

Refrain: ||:Holla tri hi ja, holla trio, holla tri hi ja, holla trio:|| 

 Da oben, auf'm Berge, da steht ein Gerüst, da werden die Mädchen elektrisch geküsst. 

 Als Frankfurt zu groß ward, da teilt man es ein, in Frankfurt an der Oder und Frankfurt am Main. 

 Jeder Mensch hat 'nen Vogel, und die Jungs haben zwei, aber ärgert euch nicht drüber, denn die Mädchen haben drei. 

Ich steh' auf 'ner Brücke und spucke in'n Kahn, da freut sich die Spucke, dass sie Kahn fahren kann. 

 Da oben, auf'm Berge, wo die Bäume sich biegen, da hau'n sich zwei Kahlköpfe, dass die Haare so fliegen. 

https://www.grasalarm.de/songs/da-oben.htm

Montag, 10. August 2020

Wir wollen zu Land ausfahren

Wir wollen zu Land ausfahren
wohl über die Fluren weit,
aufwärts zu den klaren
Gipfeln der Einsamkeit.
Woll´n lauschen woher der Sturmwind braust,
lauschen was hinter den Bergen haust
und wie die Welt so weit, und wie die Welt so weit.
Fremde Wasser dort springen,
sie soll´n uns´re Weiser sein,
froh wir wandern und singen
Lieder ins Land hinein.
Und glüht unser Feuer an gastlicher Statt,
so sind wir geborgen und schmausen uns satt
und die Flamme leuchtet darein, und die Flamme leuchtet darein.
Und steigt aus tiefem Tale heimlich und still die Nacht,
und sind vom Mondenstrahle Gnomen und Elfen erwacht.
Dämpfet die Stimme, die Schritte im Wald
so hör’n, so schau’n wir manch Zaubergestalt,
die wallt mit uns durch die Nacht, die wallt mit uns durch die Nacht.
Es blüht im Walde tief drinnen die blaue Blume fein,
die Blume zu gewinnen ziehn wir ins Land hinein.
Es rauschen die Bäume, es murmelt der Fluß,
und wer die blaue Blume finden will, der muß
ein Wandervogel sein, ein Wandervogel sein.
Text: Hjalmar Kutzleb (Horant) (1911)
Musik: Kurt von Burkersroda (1912)
Gesang (Es gibt noch problematischere Interpretationen.)

Montag, 25. Mai 2020

Verstohlen geht der Mond auf

Verstohlen geht der Mond auf,
blau, blau Blümelein,
durch Silberwölkchen geht sein Lauf.
Rosen im Tal,
Madel im Saal,
o schönste Rosa.

Er steigt die blaue Luft hindurch,
blau, blau, Blümelein,
bis das er schaut auf Löwenburg.
Rosen im Tal,
Mädel im Saal,
o schönste Rosa.

O schaue Mond durchs Fensterlein,
blau, blau, Blümelein,
schön Trude lock mit deinem Schein!
Rosen Im Tal,
Mädel im Saal,
o schönste Rosa.

Und siehst du mich und siehst du sie,
blau, blau, Blümelein,
zwei treu're Herzen sahst du nie.
Rosen im Tal,
Mädel im Saal,
o schönste Rosa.

Melodie und Text: Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1803–1869)

Es kam ein Herr zum Schlößli


1. Es kam ein Herr zum Schlößly
Auf einem schönen Rößly,
Da lugt die Frau zum Fenster aus
Und sagt: Der Mann ist nicht zu Haus
2. Und niemand heim als Kinder
Unds Mädchen auf der Winden.
Der Herr auf seinem Rößly,
Sagt zu der Frau im Schlößly:
3. Sinds gute Kind, sinds böse Kind?
Ach liebe Frau, ach sagt geschwind.
Die Frau, die sagt: Sehr böse Kind,
Sie folgen Muttern nicht geschwind.
4. Da sagt der Herr: So reit ich heim,
Dergleichen Kinder brauch ich kein.
Und reit auf seinem Rößly,
Weit, weit entweg vom Schlößly.
Feiner Almanach. I. B. S. 145,
aus Des Knaben Wunderhorn, I. Band

Freitag, 15. Mai 2020

Alle Birken grünen in Moor und Heid

Alle Birken grünen in Moor und Heid
Jeder Brambusch  leuchtet wie Gold
Alle Heidlerchen jubeln vor Fröhlichkeit
Jeder Birkhahn kollert und tollt
Meine Augen gehen wohl hin, wohl her
Auf dem schwarzen, weißflockigen Moor
Auf dem braunen, grünschimmernden Heidemeer
Und steigen zum Himmel empor
Zum Blauhimmel hin, wo ein Wölklein zieht
Wie ein Wollgrasflöckchen, so leicht
Und mein Herz, es singt ein leises Lied
Das auf zum Himmel steigt
Ein leises Lied, ein stilles Lied
Ein Lied so fein und so lind
Wie ein Wölklein, das über die Bläue zieht
Wie ein Wollgrasflöckchen im Wind
Text: Hermann Löns (1901)
Melodie: Ernst Licht