Fredric Vahle: SCHLAFLIED FÜR ANNE
Hat sich aus Wolken Pantoffeln gemacht
Kommt von den Bergen, kommt von ganz weit
Schlaf Anne, schlaf nur ein, es ist Schlafenszeit [...]
1. Viel Freuden mit sich bringet
die fröhliche Sommerzeit.
Im grünen Wald jetzt singet
wied'rum vor Freudigkeit
ohn' Unterlaß mit hellem Schall
aus ihrem Hälslein zart
sehr schön und fein Frau Nachtigall
kein' Müh' noch fleiß sie spart.
2. Des Nachts
wenn ist vorüber
all' andrer Vöglein G'sang
so schwingt sie ihr Gefieder
und fängt mit lautem Klang
bald auf das Neu recht an zu schrein
bis daß anbricht der Tag;
ihr' wunderschöne Melodein
kein Mensch beschreiben mag.
3. Mit ihrem schönen Singen
bewegt sie manches Herz
daß es vor Freud möcht' springen
das sag' ich ohne Scherz;
von allen den Waldvögelein
sie seien groß oder klein
ihr keines jemals gleich kann sein
der Ruhm bleibt ihr allein.
4. Ihr' schöne Stimm' und Weise
man ehren tut überall
drum ich sie jetzt auch preise
die edle Nachtigall;
mit lieblichem und süßem Ton
bringt sie all' Sachen für
ihr seltsam schön G'sang sie ziert
ganz schön auf dieser Erden hier.
Wenn ich den Wandrer frage
Wo kommst du her?
Von Hause, von Hause
spricht er und seufzet schwer.
Wenn ich den Landmann frage:
Wo gehst du hin?
Nach Hause, nach Hause,
Spricht er mit leichtem Sinn
Wenn ich den Freund nun frage:
Wo blüht dein Glück?
Im Hause, im Hause,
Spricht er mit frohem Blick.
Und wenn er mich nun fraget:
Was drückt dich schwer?
Ich kann nicht nach Hause
Hab keine Heimat mehr
Text: F. Hermann von Hermannsthal – 1837 (einige Quellen auch A. Lenz )
Musik: nach Friedrich Brückner – 1837 (auch anonyme Volksweise , nach R. Tschirsch)
andere Schreibweisen: „Wenn ich den Wand’rer frage“ oder „Wenn ich den Wanderer frage“ [Volksliederarchv]
In der dritten Strophe des Liedes "Noch hinter Berges Rande" von Rudolf Alexander Schröder heißt es:
Wir hören froh den Braus
in Herd und Esse lärmen:
Er kann die Welt nicht wärmen,
doch wärmt er Haus bei Haus.
Vom
Berg hinabgestiegen
ist nun des Tages Rest;
Mein Kind liegt in
der Wiegen,
Die Vöglein all‘ im Nest;
Nur ein ganz klein
Singvögelein
Ruft weit daher im Dämmerschein:
„Gut‘
Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“
Das
Spielzeug ruht im Schreine,
Die Kleider auf der Bank,
Ein
Mäuschen ganz alleine
Es raschelt noch im Schrank,
Und draußen
steht der Abendstern
Und winkt dem Kind aus weiter Fern‘:
„Gut‘
Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“
Die
Wiege geht im Gleise,
Die Uhr pickt hin und her,
Die Fliegen
nur ganz leise
Sie summen noch daher.
Ihr Fliegen, lasst mein
Kind in Ruh‘!
Was summt ihr ihm so heimlich zu?
„Gut‘
Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“
Der
Vogel und die Sterne,
Die Fliegen rings umher,
Sie haben mein
Kind schon gerne,
Die Engel noch viel mehr.
Sie decken’s mit
den Flügeln zu
Und singen leise: „Schlaf in Ruh!
Gut‘
Nacht! gut‘ Nacht!
Lieb‘ Kindlein, gute Nacht!“
Liedtext: Robert Reinick (1805-1852)
Gesang (Youtube)
Text: Julius Rodenberg (1831-1914)
Nun bricht aus allen Zweigen
Das maienfrische Grün,Ich trag in meinem Ranzen der alten Stiefel zwei
´nen schlechten und ´nen ganzen, heißa, juchhei!
Den ganzen trag ich auf dem Dreck,
Den schlechten auf dem trocknen Fleck,
So zieh ich durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.
Ich trag in meinem Schädel der guten Freunde zwei,
´nen Burschen und mein Mädel, heißa, juchhei!
Zur schlechten Zeit den guten Freund,
Das Mädel, wenn die Sonne scheint, –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.
Sind sie einmal zerrissen, die Stiefel alle beid´,
Zum Teufel sie gerissen, heißa, juchhei!
Dann lauf ich auf der nackten Pfot,
Da schreckt mich weder Dreck noch Kot, –
So geht es durch die Welt, hei, wieder Würfel fällt.
Und bin ich einst verraten, von Freunden alle beid´,
Vom Schatz und Kameraden, heißa, juchhei!
Schlag ich den Freund mir aus dem Sinn
Und denk vom Mädel: hin ist hin! –
So geht es durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.
Ich will nichts, wenn ich wandre, als Kopf und Füße frei!
Dann pfeif ich auf das andre, heißa, juchhei!
Hat alles seinen alten Lauf,
Ein frischer Bursch bleibt obenauf, –
So geht es durch die Welt, hei, wie es mir gefällt!
Text : de Nora () – Musik ? – in Volker (ca. 1927) —
Ich kannte bisher nur eine Version, in der es heißt:
[...] der alten Stiefel zwei
´nen halben und ´nen ganzen, heißa, juchhei!
Den ganzen trag ich, wenn es schneit und kracht
und den halben, wenn die Sonn mir lacht.
Und so fahr ich durch die Welt, hei, wie der Würfel fällt.
Ein typisches Beispiel für ein "zersungenes" Lied.