Der Schneemann
Samstag, 24. September 2022
Der Schneemann
Donnerstag, 1. September 2022
Es steht ein Baum im Odenwald
Es steht ein Baum im Odenwald
der hat viel grüne Äst´
da bin ich schon viel tausend mal
bei meinem Schatz ge’west.
Da sitzt ein schöner Vogel drauf
Der pfeift ganz wunderschön
Ich und mein Schätzlein lauern nach
Wenn wir mit ´nander gehn.
Der Vogel sitzt in seiner Ruh
Wohlauf dem höchsten Zweig
Und schauen wir dem Vogel zu
So pfeift er also gleich.
Der Vogel sitzt in seinem Nest
Wohl auf dem grünen Baum
Ach Schätzel bin ich bei dir gwest
Oder ist es nur ein Traum.
Und als ich wieder kam zu ihr
Verdorret war der Baum
Ein andrer Liebster stand bei ihr
Jawohl es war ein Traum.
Der Baum der steht im Odenwald
und ich bin in der Schweiz
da liegt der Schnee und ist so kalt
mein Herz es mir zerreißt.
Samstag, 18. Juni 2022
Harmonie der Sterne
| 1. Wie die hohen Sterne kreisen ewig voller Harmonie, sollen unsres Lebens Weisen unverwirret sein wie sie. In dem Großen, in dem Kleinen, will der Welten Gott erscheinen. 2. Alle Schöpfung schwingt im Reigen, Chorgesang (Salzbachchor) Einzelgesang (Waldorf Lied) |
Donnerstag, 7. April 2022
Das Lied vom Dackelhund
Morgens früh um
sechse
steht der Dackel auf,
macht durch Haus und
Garten
einen flinken Lauf,
kratzt auf allen Beeten,
riecht
an jedem Stein,
wühlt sich in der Asche
bis an die Ohren
ein.
Dickel, Duckel, Dackel,
Dackelhund,
frißt
den Tag zwei Zentner
und wiegt nur sechs Pfund.
Morgens
früh um sieben
bringt der Bäcker Brot,
der Dackel frisst zwei
Semmeln,
als wäre Hungersnot,
Milch dazu `nen Teller
warm
noch von der Kuh,
wir alle stehen drum herum
und gießen
nochmal zu.
Dickel, Duckel, Dackel,
Dackelhund,
frißt
den Tag zwei Zentner
und wiegt nur sechs Pfund.
Dann
geht er in die Küche
Und hält bis Mittag Wacht,
und gibt auf
jeden Brocken
allerbeste Acht:
Schabbelfleisch und
Schinken,
Kartoffeln und Gemüs`,
Graupen, Reis und
Laberdan,
alles schmeckt ihm süß.
Dickel, Duckel,
Dackel,
Dackelhund,
frißt den Tag zwei
Zentner
und wiegt nur sechs Pfund.
Mittags, wenn wir essen,
sitzt er
auch dabei
und kommt zu einem jeden
richtig nach der Reih`:
Der
Vater gibt `nen Klaps ihm,
die Mutter lässt ihn stehn,
doch
wir Kinder füttern ihn,
das solltet ihr mal sehn.
Dickel,
Duckel, Dackel,
Dackelhund,
frißt den Tag
zwei Zentner
und wiegt nur sechs Pfund.
Nachmittags
gibt’s Knochen und Suppe für den Durst
Abends zu dem Vesperbrot die Schalen von der Wurst.
Kriegt er nachts noch Hunger, frisst er was er find't,
die Troddeln von den Sesseln, die Wichse aus dem Spind.
Dickel, Duckel, Dackel,
Dackelhund,
frißt den Tag zwei Zentner
und wiegt nur sechs Pfund.
(Ergänzt aufgrund des Kommentars)
Freitag, 11. März 2022
Das Lied der Weißen Rose
Friedrich Gundolf
Schließ Aug und Ohr
Schließ Aug und Ohr für eine Weil
vor dem Getös der Zeit.
Du heilst es nicht und hast kein Heil
als wo dein Herz sich weiht.
Dein Amt ist hüten, harren, sehen
im Tag die Ewigkeit.
So bist du schon im Weltgeschehen
befangen und befreit.
Die Stunde kommt da man dich braucht,
dann sei du ganz bereit.
Und in das Feuer das verraucht,
wirf dich als letztes Scheit.
[Fassung des Erstdrucks in: Jugendland. Jungenblätter des Bundes deutscher Ringpfadfinder 1931.]
Dies Lied von Friedrich Gundolf aus dem George-Kreisist mir erst heute bekannt geworden. Wegen seines Pathosspricht es mich nicht recht an. Doch der Vers "Und in dasFeuer das verraucht, wirf dich als letztes Scheit."wirkt aufgrund des Eindrucks der Fragwürdigkeit oderSinnlosigkeit. Aufmerksam wird man, wenn man hört, dasses als "Lied der Weißen Rose" bekannt geworden ist .Das ist der Grund, weshalb ich es hier aufgenommen habe.Ich selbst bin sehr dagegen, Aug und Ohr zu verschließen.Die gute Sache zu verteidigen sollte man immer bereit sein,freilich kommt es immer auf die Verhältnismäßigkeit derMittel an. Doch nicht ohne guten Grund steht in Artikel 20Absatz 4 des Grundgesetzes der BRD:"Gegen jeden, der es unternimmt, diese [demokratische]Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Rechtzum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist."Das heißt, man sollte rechtzeitig handeln, bevor "andereAbhilfe nicht möglich ist".Haltet Augen und Ohren offen, bevor es zum "letztenScheit" kommt, ist daher die demokratische Devise.
Montag, 13. September 2021
Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal
Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal
saßen einst zwei Hasen,
fraßen ab das grüne, grüne Gras
fraßen ab das grüne, grüne Gras
bis auf den Rasen.
Als sie sattgefressen warn,
setzten sie sich nieder,
bis das der Jäger kam
und schoß sie nieder.
Als sie sich nun aufgesammelt hatten
und sich besannen,
daß sie noch Leben hatten,
liefen sie von dannen.
Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal (sieh auch: Volksliederarchiv)
Aus diesem Lied entwickelter Songtext von Ronny
Was Adorno dazu brachte, dieses Lied sehr zu schätzen, spricht er hier aus:
"Seit ich denken kann, bin ich glücklich gewesen mit dem Lied: 'Zwischen Berg und tiefem tiefem Tal' von den zwei Hasen, die sich am Gras gütlich taten, vom Jäger niedergeschossen wurden, und als sie sich besonnen hatten, daß sie noch am Leben waren, von dannen liefen. Aber erst spät habe ich die Lehre darin verstanden: Vernunft kann es nur in Verzweiflung und Überschwang aushalten; es bedarf des Absurden, um dem objektiven Wahnsinn nicht zu erliegen. Man sollte es den beiden Hasen gleichtun; wenn der Schuss fällt, närrisch für tot hinfallen, sich sammeln und besinnen, und wenn man noch Atem hat, von dannen laufen. Die Kraft zur Angst und die zum Glück sind das gleiche…".
(zitiert nach Klaus Theweleits Dankesrede für den Adorno-Preis, FR 13.9.21, S.20)
Später zitiert Theweleit dann den Satz Adornos: "Glück hat man nicht; im Glück ist man."
Freitag, 10. September 2021
Singspiel für Kinder aus den 1950er Jahren
In den 1950er Jahren wurde in Hessen mehrmals ein Singspiel für Kinder aufgeführt, das auf Texte aus einer fantastischen Oper von Kotzebue zurückgriff.
Mehrere Personen können sich an Melodien zu Teilen der folgenden Texte erinnern. Aber keiner von denen, die ich kenne, weiß, wann und von wem das Singspiel aufgeführt worden ist. Ich würde mich freuen, wenn zufällig jemand diesen Blogeintrag liest, der sich noch daran erinnern kann.
Hier die Textausschnitte, von denen ich die Melodien dazu kenne:
August Kotzebue: Die Brillen-Insel Eine fantastische Oper in 2 Aufzügen 1841
1. Aufzug 8. Szene
Ihr
Vögel, zwitschert Gesang der Wonne!
Ihr
Felsen in freudiger Rührung kracht!
Verneige
dich, o Morgensonne!
Der
Sultan kommt in seiner Pracht!
Sultan (gähnend). Haltet die Mäuler! Wir haben das schon oft gehört – die Sonne verneigt sich täglich vor uns, allein auch darin finden wir kein hohes Belieben mehr. Wer ist diese fremde Figur? [...]
[...] Sult. Nun, so gehn wir. (Er gähnt)
Gähnendes [!] Chor
Pflichtschuldigst gähnet, ihr Getreuen!
Der
große Sultan hat gegähnt!
Doch
wird ein Lächeln ihn erfreuen,
So
lacht, bis euch das Auge thränt.
Ehrmann
(zugleich).
Sie
wechseln die gefärbten Brillen,
Sie
jauchzen blind im Beifall zu,
Orakel
sind des Herrschers Grillen,
Oh
Welt! c'est tout comme cher nous..
(Der
Vorhang fällt.)
2. Aufzug, 7. Szene
Er ist da! er ist da!
In seiner Gloria!
Die Freude will uns ersticken!
Wir
wissen vor Entzücken
Uns
gar nicht zu lassen,
Uns gar nicht zu fassen,